Geschichte SPD Roxel

Geringfügig ergänzte Auszüge aus der Festschrift von 1996

„50 Jahre SPD Roxel“ Herausgegeben vom Vorstand des SPD-Ortsvereins Roxel im Jahre 1996 1. Grußwort von Johannes Rau Vorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Geburtstage werden gefeiert. Warum sollte das bei einem SPD-Ortsverein anders sein? Herzlichen Glückwunsch also dem Ortsverein Roxel zum fünfzigjährigen Bestehen! Ein solches Jubiläum wird einige der Mitglieder an ”damals” denken und ”damals” berichten lassen. Sie alle haben in Roxel die Chance zu einem politischen Neuanfang genutzt. Es hieß, Demokratie zu wagen und sie mit Leben zu erfüllen. Zusammen zu feiern, das bedeutet auch immer eine Chance, mit den Bürgern neue Kontakte zu knüpfen, über aktuelle politische Themen zu sprechen und die Antworten und die Angebote der SPD vorzustellen. Wenn das gelingt, in vertrauter Atmosphäre und guten Gesprächen, dann wird die SPD mehr Zustimmung bei den Wählerinnen und Wählern gewinnen. Diese notwendigen Gespräche brauchen sich ja nicht immer um die große Politik zu drehen. Es ist nicht der falscheste Weg, am Beispiel der kleinen Sorgen, die oft am meisten drücken, zu zeigen, daß man auch Kompetenz für die Beantwortung von großen Fragen hat. So hoffe ich, daß die Lebensgeschichte des Ortsvereins Roxel manchen Bürger dazu anregt, in und mit unserer Partei zusammenzuarbeiten. 2. Einleitung Der SPD-Ortsverein Roxel feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag - und steht damit nicht alleine: viele andere Vereine, Verbände und Organisationen wurden ebenfalls im Jahre 1946 gegründet, so etwa auch das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Was viele der diesjährigen Jubilare eint, ist der - mehr oder weniger große - Anteil an der Erfolgsgeschichte unserer Republik, die sich vor dem Kontrast der Nazi-Barbarei beschreiben läßt. Allerdings ist die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands älter als die des Ortsvereins Roxel, sie ist älter als die der Bundesrepublik Deutschland, sie ist letztlich sogar älter als sie offiziell begangen werden kann. Sie ist vor allem aber untrennbar verbunden mit der demokratischen Entwicklung in unserem Lande. Viele Männer und Frauen der deutschen Sozialdemokratie mußten leiden, weil sie sich für die Rechte der Menschen eingesetzt haben. Viele wurden verfolgt und bezahlten mit ihrem Leben. Ihre Opferbereitschaft hat entscheidend dazu beigetragen, daß Freiheit und Gerechtigkeit heute zu festen Fundamenten unserer Demokratie geworden sind. Auch in Roxel engagierten sich die Männer und Frauen der ”ersten Stunde” für eine gerechtere Gesellschaft, für eine demokratische Grundordnung. Die Ziele, die sie sich auf ihre Fahnen geschrieben haben, verdienen nach wie vor unsere Unterstützung: Dauerhaft gute Lebensbedingungen für Angehörige aller Schichten der Gesellschaft gehören ebenso dazu wie die Forderungen nach gleichen Rechten für Frauen und gleichen Bildungs- und Entwicklungschancen für alle Kinder. Die Programmatik der SPD muß stets überdacht und weiterentwickelt werden. Der Einsatz für Gerechtigkeit und Humanität wird freilich immer im Zentrum sozialdemokratischen Denkens und Handelns stehen. Etwas anderes darf ebenfalls nicht vergessen werden: Es sind die Ortsvereine, die das Rückgrat der Partei bilden, sie sichern den direkten Draht zu den Menschen, sie transportieren Politik von unten nach oben und umgekehrt. Sie sind unverzichtbar für eine erfolgreiche sozialdemokratische Politik in den Kommunen, in den Ländern und im Bund. Insofern kann sich der SPD-Ortsverein Roxel als tragendes Element einer großen Volkspartei verstehen. Die vorliegende Jubiläumsschrift befaßt sich in besonderer Weise mit der Geschichte des Roxeler Ortsvereins in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten. Leider hat sich die Quellenlage zu den 50er und 60er Jahren seit dem Erscheinen der Festschrift anläßlich des 30jährigen Ortsvereinsjubiläums nicht verbessert, so daß an dieser Stelle die Entwicklung der frühen Jahre lediglich in zusammengefaßter Form dargestellt wird. Zur Ergänzung wird auf die Festschrift des Jahres 1976 verwiesen. 3. Die SPD in Roxel vor dem 2. Weltkrieg In der Zeit vor 1946 existierte in der Gemeinde Roxel kein eigenständiger Ortsverein der SPD. Insofern soll an dieser Stelle lediglich auf die Wahlergebnisse verwiesen werden. Diese machen aber immerhin deutlich, welch schwieriger Ausgangslage der später gegründete SPD-Ortsverein in Roxel gegenüberstand. Zwischen 1920 und 1930 zählte die Gemeinde Roxel rund 1.850 Einwohner. Davon gingen im Jahre 1921, als es galt den Preußischen Landtag und den Kreistag neu zu wählen, 901 Personen zur Wahl. Dabei erhielt das Zentrum in Roxel 840 bzw. 816 Stimmen, während die SPD jeweils nur eine einzige Stimme für sich verbuchen konnte. Dies war die erste SPD-Stimme in Roxel überhaupt. In der Folgezeit konnte die SPD ihre Stimmenanteile in Roxel deutlich vergrößern, während das Zentrum Stimmen einbüßte. Bei der Reichstagswahl 1928 errang das Zentrum noch 460 Stimmen, die Deutschnationale Volkspartei 104, die SPD 43, die KPD 7, die Linken Kommunisten und die NSDAP jeweils eine Stimme. Bei der Reichstagswahl 1932, der letzten freien Wahl bis zum Zusammenbruch der Nazi-Diktatur, gaben von 1055 stimmberechtigten Roxelanern nur 783 ihre Stimme ab. Das Zentrum führte zwar immer noch deutlich mit 516 Stimmen, die NSDAP konnte aber schon 108 Stimmen auf sich vereinigen, die SPD erhielt nur noch 12 Stimmen, die KPD jedoch 20. Bei den Wahlen im Jahre 1933 wagten nur noch drei Roxeler Bürger, ihre Stimme der SPD zu geben. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die freie politische Betätigung gewaltsam unterdrückt. Das Verbot der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands markiert auch für Roxel das vorläufige Ende eines beachtenswerten Aufschwungs. In den folgenden Jahren bezahlten in Deutschland viele SPD-Mitglieder den aufrechten Kampf gegen die NS-Diktatur mit ihrem Leben. Doch erst der Sieg der alliierten Streitkräfte ermöglichte 1945 die Chance zum Aufbau einer stabilen demokratischen Ordnung. 4. Der Neuaufbau nach Krieg und Barbarei ”Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns. Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.” So wie in diesem Zitat des Dichters Bertolt Brecht aus dem Jahre 1949 oder ähnlich dachten wohl die meisten Menschen nach dem schlimmsten aller Kriege angesichts von Tod, Hunger und Verbrechen. Und doch regte sich in den Menschen nach den durch das barbarische Nazi-Regime verursachten schrecklichen Erlebnissen ein enormer Lebenswille und die Sehnsucht nach einem besseren, friedlicheren Leben. Mit großer Tatkraft und Kreativität wurden die vielfältigen Aufgaben, allen voran die Lebensmittel- und Wohnraumversorgung im privaten und öffentlichen Raum angegangen. Natürlich konnten die Deutschen als ”Bezwungene” beim Aufbau einer demokratischen öffentlichen Ordnung nicht frei schalten und walten. Vielmehr übernahm zunächst die britische Militärregierung als Besatzungsmacht im Münsterland die Regie. Vorrangige Ziele der Besatzer waren neben der Herstellung von Ruhe und Ordnung die Etablierung demokratischer Strukturen und örtlicher Verwaltungsinstanzen. Zum Zwecke der Demokratisierung mußten Nationalsozialisten aus der Verwaltung und aus gesellschaftlich wichtigen Funktionen entfernt werden. Um dies zu erreichen, führte die Militärregierung die sogenannte Entnazifizierung durch. Dabei mußten alle maßgeblichen Bürger Fragebögen ausfüllen, in denen sie zu ihrer politischen Vergangenheit befragt wurden. Leider war dieses Verfahren nicht immer geeignet, um die Spreu vom Weizen zu trennen, so daß auch nach dem Kriege mancher Nazi wieder ein öffentliches Amt bekleidete. Im Bereich der Verwaltung wurden, bevor 1946 Wahlen durchführbar waren, auf Anordnung der Militärregierung die sogenannten Verwaltungsbeiräte berufen, die als Volksvertretung agieren sollten. Mittlerweile hatten sich im politischen Raum Aktivitäten zur Wieder- und Neugründung der Parteien geregt. Die 1869 zunächst als ”Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein” gegründete SPD, die wegen der Verfolgung durch das Nazi-Regime und der Emigration führender Parteipersönlichkeiten ihrer Spitze beraubt worden war, gründete sich 1945 neu. Aufgrund ihrer traditionell starken sozialen Ausrichtung übernahm die SPD gerade in dieser Zeit der Not und des Elends große Verantwortung für den Wiederaufbau und das Wohl der Bürger. 5. Von der Gründung des Roxeler SPD-Ortsvereins bis zur ”Kommunalen Neugliederung” In das Jahr der ersten freien Wahlen nach dem Krieg fällt 1946 auch die Gründung des SPD-Ortsvereins Roxel. Im Februar 1946 gestattete die britische Militärregierung die Bildung von Parteien auf örtlicher Ebene. Im gesamten Westzonengebiet bestanden Ende 1946 bereits über 8.000 sozialdemokratische Ortsvereine, fast 3.000 mehr als 1931 im gleichen Raum. Leider läßt sich das genaue Gründungsdatum für Roxel heute nicht mehr feststellen. Im Vordergrund der politischen Arbeit sollten die sozialen Probleme der Gegenwart und Zukunft stehen, die auch und vor allem in einem politischen Gemeinwesen wie dem der Gemeinde Roxel von Bedeutung waren. Konkreter Anlaß zur Gründung eines sozialdemokratischen Ortsvereins in Roxel war unter anderem die brennende Frage nach der Unterbringung und Integration der Flüchtlinge. Damit waren weitere Problemfelder politischer Natur angesprochen, die das Flüchtlingsproblem weit überschritten. Es mußten allgemeine Einrichtungen der Daseinsvorsorge geschaffen werden, die allen Bürgern ohne Ausnahme zur Verfügung stehen sollten. Wer aber hob den Ortsverein schließlich aus der Taufe? Es waren Albert Schräder, Karl Skribbe, Theo Waldmann, Bernhard Delsen sowie das Ehepaar Engelbert und Aloysia Delsen. Sie trafen sich damals in der Wohnung Delsen nahe dem Schloß Hülshoff (in der sogenannten ”Villa”). Nach dem baldigen Tod des ersten Vorsitzenden Englbert Delsen am 14. Dezember 1949 übernahm seine Frau Aloysia den Vorsitz des Ortsvereins, den sie bis 1970 mit großem Engagement leitete. Ihr folgten als Vorsitzende: Heinrich Wierlemann, Elmar Lossau, Hanna Heidenreich, Heinrich Isfort, Bernd Raczinski, Karl-Heinz Garbe, Friedhelm Ludwig, Georg Schlünder sowie seit 1984 Anne Garbe. In den schweren Jahren des Wiederaufbaus fungierte Karl Skribbe, beruflich beim Hauptversorgungsamt Münster tätig, als 2. Bürgermeister in Roxel (1948 - 1953). Während dieser Zeit engagierte er sich besonders für die Entwicklung der Roxeler Volksschule. Karl Skribbe, der im 1. Weltkrieg als Kriegsfreiwilliger gedient hatte, mußte sich 1933 wegen seiner Mitgliedschaft in der SPD vor Gericht verantworten; er verstarb 1963. Der erste Vorsitzende des Roxeler Ortsvereins, Engelbert Delsen, war, bevor er seinen Ruhestand in Roxel verbrachte, in den 20er und 30er Jahren als Steuersekretär in verschiedenen westfälischen Städten tätig gewesen. Seine Frau und Nachfolgerin im Vorsitz, Aloysia Delsen, saß, wie zuvor ihr Mann, seit 1955 im Rat der Gemeinde Roxel, seit 1953 in der Vertretungskörperschaft des Amtes und war von 1958 bis 1961 Mitglied des Kreistages. Der SPD gehörte sie von 1930 bis zu ihrem Tod im Jahre 1983 an. Durch ihr Engagement wurde in Roxel die Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegründet, die 1996 ebenfalls ihr 50jähriges Bestehen feiern kann. Im Jahre 1971 wurde Aloysia Delsen wegen ihrer großen Verdienste zur Ehrenvorsitzenden des SPD-Ortsvereins auf Lebenszeit ernannt. Und zwei Jahre später wurde sie, die weit über die Grenzen Roxels hinaus bekannt wurde, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Eine dauerhafte Erinnerung an ihre Person ist mit der Namensgebung des AWO-Kindergartens am Korbmacherweg verbunden, der nach ihr benannt ist. Doch zurück zu den Anfängen: Bei den Gemeinderatswahlen am 15. Oktober 1948 wurden zehn Gemeindevertreter gewählt. Die Sitze verteilten sich wie folgt: Zentrum: 5 Sitze CDU: 3 Sitze SPD: 2 Sitze Vertreter der Sozialdemokraten waren Engelbert Delsen und Karl Skribbe. Zum ersten Gemeindebürgermeister nach dem Kriege wurde Anton Wulfert vom Zentrum gewählt. Der Bürgermeister war Vorsitzender des Gemeinderates, während die Verwaltungsaufgaben durch die Amtsverwaltung ausgeführt wurden. Im Amt Roxel fiel die Verteilung der Sitze folgendermaßen aus: Zentrum: 10 Sitze CDU: 8 Sitze SPD: 5 Sitze Zum Amtsverband Roxel zählten nach dem Krieg die Gemeinden Havixbeck, Roxel, Nienberge, Bösensell und Albachten - mit jeweils eigenem Gemeinderat und Bürgermeister. Havixbeck, mit damals bereits mehr als 5.000 Einwohnern die größte dieser Kommunen, schied zum 1. April 1955 auf eigenen Wunsch aus und wurde amtsfreie Gemeinde mit eigener Verwaltung. Für die 50er und 60er Jahre läßt sich die Entwicklung des Ortsvereins Roxel aufgrund fehlender Unterlagen nur schwer darstellen. Fest steht aber, daß die lange Zeit kleinste im Gemeinderat vertretene Partei bzw. Fraktion ihr lokales Überleben in dieser Phase dem unermüdlichen Einsatz und Bekennermut von Aloysia Delsen verdankt. Mit ihr und Heinrich Lücking war die SPD lange Jahre im Gemeinderat vertreten. Trotz eigener Armut half Aloysia im Stillen vielen Menschen. Zutiefst christlich geprägt, setzte sie ihre Grundüberzeugung für die praktische Hilfe am Mitmenschen ein und praktizierte damit im wahrsten Sinne des Wortes ”Nächstenliebe”. Durch ihre große Vertrauenswürdigkeit schaffte sie es auch, die gegen die Sozialdemokratie bestehenden Vorurteile und Ressentiments in dem damals noch sehr ländlich geprägten Ort ein gutes Stück abzubauen. Sicherlich erinnern sich noch heute viele ältere Roxeler an Aloysia Delsens Wesen und Wirken! Ein Blick auf die Mitgliederzahlen zeigt folgende Entwicklung: In den ersten Nachkriegsjahren rekrutierte sich der Ortsverein vor allem aus Flüchtlingen und Ostvertriebenen, die in Roxel vorübergehende Bleibe gefunden hatten. Phasenweise hatte der Ortsverein schon zu dieser Zeit 50 Mitglieder. Der verstärkte Wegzug von Vertriebenen in andere Städte Nordrhein-Westfalens im Laufe der 50er Jahre hatte einen großen Mitgliedereinbruch zur Folge. Anfang 1971 zählte die SPD in Roxel 15 Mitglieder, Anfang 1972 gerade 18. Dieser Mitgliederschwund hatte zur Folge, daß die SPD bei der Kommunalwahl 1969, die für Roxel die letzte Ratsperiode als selbständige Gemeinde einläutete, nicht einmal genug Kandidaten für alle Stimmbezirke präsentieren konnte. Umso erfreulicher war dann aber das erfolgreiche Abschneiden der Partei, die erstmals 4 Sitze im Gemeinderat erringen konnte. Neben Karlheinz Fulte und Dr. Dr. Michael Wannenmacher, die ihre Wahlkreise direkt gewannen, waren Aloysia Delsen und der 1975 verstorbene Heinrich Lücking im Rat vertreten. Bürgermeister von Roxel wurde erneut Anton Wulfert vom Zentrum, der mit den Stimmen von SPD und Zentrum gewählt wurde. Sein Stellvertreter wurde Karlheinz Fulte, der von 1972 bis 1974 auch stellvertretender Amtsbürgermeister war. Außerdem war er von 1969 bis 1974 stellvertretendes Mitglied des Kreis- und des Bezirksgemeindetages sowie des Städte- und Gemeindeverbandes. In dieser 1969 beginnenden Ratsperiode warf die ”Kommunale Neugliederung” ihre Schatten voraus und so lautete die Devise aller im Rat vertretenen Parteien, gemeinschaftlich das Beste für Roxel herauszuholen. Alle Politiker/innen waren sich ihrer Verantwortung für das weitere Wohlergehen der Roxeler Bürgerinnen und Bürger bewußt und leisteten - über die Parteigrenzen hinaus - solide und sachliche Arbeit. Der Aufschwung der SPD wurde nicht nur durch das hervorragende Ergebnis bei den Gemeindewahlen 1969 deutlich, sondern erfuhr seine Fortsetzung bei der Bundestagswahl am 19. November 1972. Mit dem Überspringen der 35 %-Marke erzielte sie in Roxel ein überaus gutes Ergebnis: CDU: 50,8 % SPD: 35,2 % FDP: 4,5 % Dieses erfreuliche Abschneiden zeitigte auch im Hinblick auf die Mitgliederzahlen Erfolge: Anfang 1973 hatte der Ortsverein schon 58 Mitglieder, am 15. Mai 1973 gar 68 Mitglieder. Das war fast eine Vervierfachung innerhalb eines Jahres! Die Flaute der 60er Jahre war überwunden, die große politische Reformeuphorie der Brandt-Ära schwappte auch auf das Münsterland über. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang sicherlich auch die Öffnung der SPD für das ”bürgerliche” und das ”christliche-katholische” Lager, die seit dem ”Godesberger Programm” des Jahres 1959 immer weiter voran getrieben wurde. Alte Vorurteile konnten überwunden werden, viele Katholiken haben in der SPD eine politische Heimat gefunden. Dadurch hat sich nicht nur das Selbstverständnis der SPD gewandelt. Auch das Verhältnis zwischen den konkurrierenden Parteien ist entspannter geworden und hat sich vor Ort in Richtung einer sachbezogenen Auseinandersetzung gebessert. 6. ”Kommunale Neugliederung”: Roxel als Stadtteil mit Zukunft Das einschneidende Ereignis der letzten 20 Jahre war für Roxel zweifellos die kommunale Neugliederung im Jahre 1975, die nicht nur politische Grenzen und Zuständigkeiten änderte, sondern auch heftige Emotionen bei den betroffenen Bürgern freisetzte. In der Folge wurden der Landkreis Münster und die Ämter Roxel, St. Mauritz und Wolbeck aufgelöst und die ehemals selbständige Gemeinde Roxel - wie acht weitere - am 1. Januar 1975 in die Stadt Münster eingemeindet. Dabei wurde gegen den Widerstand der Roxeler SPD der Brock an die Gemeinde Havixbeck und somit an den Kreis Coesfeld abgetreten. Bis heute orientieren sich die Menschen dort eher nach Roxel. Neben dem von nun an zentralen Rat der Stadt wurden für die Berücksichtigung lokaler Belange sogenannte Bezirksvertretungen gebildet, deren Entscheidungskompetenzen allerdings stark eingeschränkt sind. Zusammen mit den Stadtteilen Albachten, Mecklenbeck, Sentrup, Gievenbeck und Nienberge gehört Roxel zur Bezirksvertretung Münster-West. Im Vorfeld stießen die Planungen zur kommunalen Neugliederung bei Bürgern und Vertretern der Roxeler Parteien auf einige Kritik. Der damalige stellvertretende Gemeinde- und Amtsbürgermeister Karlheinz Fulte (SPD) kritisierte 1973 auf einer Bürgerschaftsversammlung die ”Entscheidungen, die am ‘grünen Tisch’ gerade im Falle Roxel ohne Einschaltung des Bürgerwillens” getroffen würden. ”Eine kommunale Neuordnung ist erst dann erfolgreich, wenn sie dem Menschen dient,” führte Fulte unter dem Beifall der Versammlung aus. Er forderte mehr Demokratie ”und zwar von unten nach oben und nicht umgekehrt!” Vielbeachtetes Thema während und nach der kommunalen Neugliederung war selbstverständlich die Zukunftsentwicklung des westlichen Stadtteils. Dabei wurden besonders die Bebauungspläne ROX 12 ”Westlich der Pienersallee” und ROX 7 ”Ortsmitte” diskutiert. Innerhalb der SPD warb vor allem der junge Genosse Dieter Pferdekamp für eine Änderung der Pläne für den Ortskern. Im April 1977 fand eine Bürgerversammlung zum Bebauungsplan ROX 7 (Gelände Hof Schulze Höping in der Ortsmitte) mit den Ratsvertretern Karl-Heinz Garbe (SPD), Bernhard Moormann (CDU) und Werner Stichnoth (FDP) statt. Die drei waren sich in wesentlichen Punkten der Kritik einig: Der Plan weise in der Hoflage eine zu massive Ortskernbebauung aus - dadurch sei eine Ortskernentwicklung unmöglich. Außerdem forderten sie übereinstimmend, daß das sogenannte Höpingsche ”Herrenhaus” und die Eichen auf dem Hofgelände erhalten blieben. Die Dachanordnung sollte dahingehend geändert werden, daß statt Flachdächern Giebeldächer erstellt werden. Ergebnis dieser parteiübergreifenden Einwände gegen die Pläne der "Architektengruppe Nord" war schließlich eine anprechende Gestaltung des Pantaleonplatzes - so wie sie heute zu betrachten ist. Trotz aller - zum Teil berechtigter - Vorbehalte gegen die Neugliederung der kommunalen Strukturen: unter dem Strich hat sich aus heutiger Sicht der Schritt zum Stadtteil Münsters als richtig erwiesen. In jedem Fall aber hat die Eingemeindung das ausgeprägte Selbstbewußtsein des Ortes und seiner Bürgerinnen und Bürger nicht beschädigen können. 7. Erfolge der SPD nach 1975 So ungünstig die Würfel für Roxel durch den Verlust der Selbständigkeit auf den ersten Blick auch gefallen waren: die Roxeler SPD verzagte nicht, sondern krempelte die Ärmel hoch und leistete in den Folgejahren für den neuen Stadtteil Roxel hervorragende Arbeit nach dem Motto: Jetzt erst recht! Besonderes Engagement zeigte dabei Karl-Heinz Garbe, der sich von 1975 bis 1994 als SPD-Vertreter im Rat der Stadt Münster für das Wohl seines Heimatortes und dessen Bürgerinnen und Bürger einsetzte. Auf vielfältigen Gebieten errang er in Zusammenarbeit mit dem SPD-Ortsverein große Erfolge. So hatte er maßgeblichen Anteil an der Einrichtung bzw. Erweiterung der Stadtbuslinie 10 nach Roxel, die ab dem 1. Oktober 1978 ihre Fahrt aufnahm. Zuvor war Karl-Heinz Garbe nicht müde geworden, gegenüber den Stadtwerken immer und immer wieder den Bürgerwunsch nach einem Stadtbus vorzutragen. Diese Forderung konnte er mit einer Unterschriftenliste, die stattliche 1.111 Unterschriften enthielt, untermauern. Ebenso auf das Konto seiner Erfolge geht der Erhalt der Lindenallee an der Bösenseller Straße, die dem geplanten Ausbau der K 30/31 zum Opfer fallen sollte. Die Roxeler SPD war von Anfang an gegen diesen Ausbau und konnte ihn schließlich ganz verhindern. Stark beteiligt an diesen Aktivitäten war auch hier Dieter Pferdekamp, der unermüdlich für den Erhalt der Baumallee warb. Nutznießer sind bis heute die Natur, die Anwohner der Bösenseller Straße und nicht zuletzt die Roxeler Bürger. Nicht minder ist es Karl-Heinz Garbes Verdienst, daß Roxel über ein Jugendzentrum in den Räumen der ehemaligen Amtsverwaltung und heutigen Bezirksverwaltung an der Schelmenstiege verfügt (JuWoRo = Jugend Woche Roxel). Ursprünglich hatte die SPD gefordert, den Treffpunkt für Jugendliche im Ortszentrum einzurichten. Als aber klar wurde, daß dies nicht zu realisieren war, schlug Garbe die Unterbringung der Jugendlichen in Räumen der alten Amtsverwaltung vor. Es waren zwar noch einige Probleme zu lösen, aber 1985 konnten die jungen Menschen ihr neues Domizil beziehen. Nach 19jähriger Mitgliedschaft im Rat der Stadt entschied sich Karl-Heinz Garbe 1994 aus gesundheitlichen Gründen für sein Ausscheiden zum Ende der Legislaturperiode im Herbst desselben Jahres. In einem Interview mit den ”Westfälischen Nachrichten” im Mai 1994 kommentierte er seine Arbeit mit den bescheidenen Worten: ”Ich habe mich immer bemüht durch ständiges Bohren auch aus der Opposition heraus eine vernünftige Sachpolitik zu machen.” Als Vorsitzender der Roxeler Arbeiterwohlfahrt engagiert sich Karl-Heinz Garbe nach wie vor für die Interessen der Menschen in unserem Stadtteil. Drei Jahre nach der kommunalen Neugliederung feierte Roxel im Jahre 1978 sein 800jähriges Bestehen. Die SPD konnte den Bürgern ein ganz besonderes Bonbon zum Geburtstag präsentieren: den Roxeler Wochenmarkt! Durch unermüdliches Engagement hatte es die SPD, u.a. durch Ingrid Prahm und viele andere Sozialdemokaten geschafft, diesen von vielen Roxeler Bürgerinnen und Bürgern gehegten Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Insbesondere durch den ausdauernden Einsatz unseres damaligen Bezirksvertreters Dieter Pferdekamp (von 1975 bis 1980 in der BV) ist es zu verdanken, dass diese Idee zur Umsetzung kam. Seine Aktivitäten umfassten viele Gespräche mit Bürgern und Marktbeschickern sowie Recherchen in anderen Stadtteilen sowie ein Antrag in der BV West zur Einrichtung eines Wochenmarktes. Dieser stieß anfangs bei der CDU und der Verwaltung auf große Skepsis und wurde erst zurückgestellt, weil kein Bedarf gesehen wurde und Marktbeschicker kein Interesse an einer Mitwirkung hätten. Etwas später bot sich dann die Chance im Rahmen der Festwoche zum Ortsjubiläum 800 Jahre Roxel. Dieter Pferdekamp stellte im August 1978 in der BV erneut einen Antrag mit dem Inhalt, den Wochenmarkt zur Festwoche probeweise anzubieten und erreichte damit die Zustimmung aller in der Bezirksvertretung. Der erste Markttag war dann auch so erfolgreich, dass die Beschicker weiter machen wollten und schließlich der Wochenmarkt die von der Verwaltung eingeräumte Probezeit über den Winter überstand. Inzwischen wurden weitere mögliche Marktbeschicker angesprochen und konnten letztlich für den Standort Roxel gewonnen werden. Mit seinem farbenfrohen Bild durch frisches Obst und Gemüse sowie prächtige Blumen verleiht der jeden Freitag stattfindende Markt inmitten einer architektonisch ansprechenden Umgebung dem Stadtteil Roxel ein besonderes Flair. Denn schließlich bietet er nicht nur die Möglichkeit, qualitativ gute Lebensmittel aus der Region ”frisch auf den Roxeler Tisch” zu bringen, sondern auch die Gelegenheit zu einem ungezwungenen Pläuschchen mit Freunden und Bekannten, von jung und alt, Stadt- und Landbevölkerung. Selbst der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau, der den Roxeler Wochenmarkt aus Anlaß seines zehnjährigen Bestehens im Jahre 1988 besuchte, war von der Vielfalt des Angebotes und der Atmosphäre begeistert. In jüngerer Zeit ist vor allem das Engagement für die Integration der seit 1995 in Roxel lebenden Niederländer und Niederländerinnen hervorzuheben. Im Rahmen des neugegründeten ”Deutsch-Niederländischen Korps” wurden niederländische Soldaten in Münster stationiert, die zum Teil in Roxel wohnen. Um den neuen Mitbürgern die Eingewöhnung in eine für sie zum Teil fremde Welt zu erleichtern, richtete die Roxeler SPD im November 1995 einen deutsch-niederländischen Stammtisch ein, bei dem Deutsche und Niederländer sich auf lockere Art und Weise näher kommen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, daß der einmal im Monat stattfindende Stammtisch keineswegs parteipolitische Ziele verfolgt, sondern ausschließlich der Verständigung und Geselligkeit zwischen Niederländern und Deutschen dienen soll. Neben dem Austausch von Informationen wird einfach nur geplaudert, wobei selbstverständlich auch die ”schönste Nebensache” der Welt, der Fußball, nicht zu kurz kommt. Was anfangs als Versuchsballon gedacht war, hat sich als voller Erfolg erwiesen und erfreut sich großer Beliebtheit. Das Verdienst der SPD wird nicht nur durch eine wachsende Beteiligung gewürdigt, sondern auch durch ein Dankesschreiben des Honorarkonsuls der Niederlande, Dr. Paul Hüffer, im November 1995. Wörtlich schreibt der Konsul: ”Diese persönlichen Kontakte sind sehr zu begrüßen und werden sicher dazu beitragen, den Niederländern den Aufenthalt in Münster zu verschönern. Zugleich wird ein solches Kennenlernen dazu beitragen können, mehr Verständnis für die unterschiedlichen Strukturen und Denkungsweisen in den beiden Ländern zu finden und damit auch Vorurteile, die leider immer noch gelegentlich in den Niederlanden bestehen, abzubauen.” Um den Niederländerinnen und Niederländern auch sprachlich ein wenig näherzukommen, hat die Roxeler SPD seit Ende 1995 zwei Niederländisch-Kurse durchgeführt, die in den Räumen der Roxeler Arbeiterwohlfahrt (AWO) unter qualifizierter Leitung stattfanden. Zum Vergleich: Anfang der 70er Jahre hatte der Ortsverein mit großer Resonanz ein Seminar ”Mengenlehre für Erwachsene” durchgeführt. So ändern sich Zeiten und Bedürfnisse. 8. Verkehrspolitik Ein immer aktuelles Thema ist seit den 70er Jahren die Verkehrspolitik. Neben der bereits erwähnten Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs durch die Linie 10 hat sich die Roxeler SPD beständig um mehr Verkehrssicherheit für die Schul- und Kindergartenkinder gekümmert. Eine eigens zu Verkehrsfragen gebildete Projektgruppe führte Verkehrszählungen durch und setzte sich dafür ein, daß Fußgänger und Fahrradfahrer Vorrang vor dem Auto haben sollen. Die enge Zusammenarbeit mit betroffenen Anwohnern und Bürgerinitiativen war für Roxels Sozialdemokraten stets eine Selbstverständlichkeit. Die Frage der Ortsumgehung für Roxel ist nach nunmehr fast 20 Jaren leider noch immer nicht entschieden. Schon 1977 plädierte die Roxeler SPD für die Nordumgehung zur Entlastung des Ortskerns. Nach intensiven innerparteilichen Diskussionen zu den Vor- und Nachteilen der einzelnen Varianten entschied sich der SPD-Ortsverein letztlich für die Variante IV a: Die Umgehung sollte und soll (!) Roxel in einem großen Bogen nördlich der Wohnbebauung umgehen. 1979 wurde die Nordumgehung mit den Stimmen von SPD und CDU im Planungsausschuß beschlossen. In den 80er Jahren setzte sich die SPD für die Verkehrsberuhigung auf der Havixbecker Straße, der Pienersallee und der Tilbecker Straße ein. Besonders die Anwohner der Pienersallee hatten häufig bei Staus auf der Autobahn 1 im Bereich Münster unter dem Umleitungsverkehr durch den Roxeler Ortskern zu leiden. 1987 forderte die SPD die zuständigen Stellen auf, nicht nur Umleitungsempfehlungen zu geben, sondern auch Maßnahmen zu treffen, die Staus auf der Pienersallee und der Droste-Hülshoff-Straße verhindern. Als Lösung forderte die SPD den sechsspurigen Ausbau der A 1 zwischen dem Kreuz Münster-Süd und der Abfahrt Nord. In diesem Zusammenhang wurde darüber hinaus der Bau eines Lärmschutzwalls verlangt. Beide Forderungen spiegelten das Meinungsbild der Betroffenen wider. Auf einer Bürgerversammlung 1986 hatten sie sich gegen eine mögliche Autobahnabfahrt Roxel ausgesprochen, da sie zu einer Verschärfung der bestehenden Probleme führen würde. Die Bemühungen der SPD hatten Erfolg: Nach dem zunächst provisorischen sechsspurigen Ausbau der A 1 im Jahre 1988 wurde 1990 der Lärmschutzwall errichtet. Auch in den letzten Jahren spielte die Verbesserung der Verkehrssituation in Roxel bei der SPD-Ortsvereinsarbeit eine große Rolle. Nachdem in Roxel in einer Reihe von Wohngebieten (leider noch nicht in allen) Verkehrsberuhigungsmaßnahmen durchgeführt worden sind, darf nicht vergessen werden, daß auch an den Hauptdurchfahrtstraßen Roxels viele Bürger mit den negativen Folgen unser aller Mobilität zu leben haben. Angesprochen sind hier insbesondere die Roxeler Straße, die Havixbecker Straße, die Tilbecker Straße und die Pienersallee. Solange die erhoffte Umgehungsstraße für Roxel nicht realisiert ist, stellt sich die Roxeler SPD daher der Aufgabe, kurzfristige und kostengünstige Zwischenlösungen zu überdenken. Dabei kann es nicht einfach um eine Verlagerung des Verkehrs in andere Straßen und Ortsteile Roxels gehen. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre vielleicht schon die Reduzierung der zur Zeit häufig gefahrenen überhöhten Geschwindigkeiten auf diesen Straßen. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wurde im Herbst 1995 eine Fragebogenaktion bei den Haushalten entlang der Pienersallee durchgeführt. Knapp ein Drittel der Befragten schickte den ausgefüllten Bogen zurück und gab zum Teil deutliche Hinweise für zukünftige Entscheidungen: So äußerten sich einerseits 72 % zustimmend zu der Einrichtung von ”Buskaps” an den Haltestellen, aber 55 % der Befragten sprachen sich gegen eine Beteiligung der Anlieger an den Kosten bei einer etwaigen Einrichtung eines Radweges entlang der Pienersallee aus. Durchaus verständlich, liegt doch der kostenpflichtige Ausbau der Straße erst wenige Jahre zurück. Die deutlich größte positive Resonanz mit 76 % Zustimmung erlangte der Vorschlag, zur Verkehrsberuhigung auf der Pienersallee den Mittelstreifen zu entfernen. Erwartet wird ein vorsichtigeres und langsameres Fahren, das in erster Linie den Fußgängern, Radfahrern und Anwohnern zu Gute kommen soll. Ärgerlich an der gesamten Verkehrsproblematik - nicht nur in Roxel - ist sicherlich, daß heute unter Einsatz von Steuergeldern Fehler der Vergangenheit ausgebügelt werden müssen, für die früher zum Teil viel Geld ausgegeben worden ist. Übrigens: Ohne Erfolg waren bekanntlich die Bemühungen der Roxeler SPD geblieben, den Bahnhof Roxel an der Strecke Münster - Coesfeld geöffnet zu halten. Ironie der Geschichte: Heute ist beabsichtigt, so bald wie möglich wieder einen Bahnhaltepunkt in Roxel einzurichten. 9. Schlaglichter rund um den Ortsverein Im SPD-Ortsverein wird natürlich vorrangig Politik betrieben, aber auch das gesellige Miteinander kommt nicht zu kurz. Das seit nunmehr 10 Jahren am Aschermittwoch im ”Hotelrestaurant Brintrup” stattfindende Fischessen hat ebenso schon Tradition wie der Glühweinabend im Dezember, der eigentlich ein ”Feuerzangenbowlen-Abend” ist. Bei Kerzenschein, Feuerzangenbowle und Weihnachtsgebäck lassen die Mitglieder das Jahr in gemütlicher Atmosphäre ausklingen. Beide Veranstaltungen sind öffentlich, d.h. alle Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen. In früheren Jahren veranstaltete die SPD Roxel darüber hinaus einmal im Jahr ein Sommerfest, auf dessen Neuauflage im Stadtteil noch gewartet wird. Im September 1987 wurde das Sommerfest als (verspätetes) Jubiläumsfest zum 40jährigen Bestehen des SPD-Ortsvereins in Garbes Garten gefeiert. Anläßlich der Jubiläumsfeierlichkeiten war dann im Oktober desselben Jahres der damalige Minister für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Klaus Matthiesen, zu Gast in Roxel. Bei dieser Gelegenheit bekundete der Minister seine Liebe zu Münster mit den Worten: ”Münster ist eine schöne Stadt. Und wenn ich ehrlich bin: Sollte einmal in Düsseldorf kein Platz für mich sein, wäre ich hier gern Regierungspräsident.” Dazu wird es wohl nicht so schnell kommen: Klaus Matthiesens Position im Düsseldorfer Landtag ist knapp 10 Jahre nach diesem Ausspruch bedeutender denn je. Stichwort Landtag: Die Sensation schlechthin war das Ergebnis der Landtagswahl am 12. Mai 1985 für die Stadt Münster, die münstersche SPD aber auch für den Ortsverein Roxel. Zum erstenmal in der Geschichte der Stadt gewann die SPD ein Direktmandat für den Landtag. Erste direkt gewählte SPD-Landtagsabgeordnete aus Münster war Anne Garbe, damals wie heute Vorsitzende der Roxeler SPD. Sie hatte es geschafft, der CDU - deren Kandidat Rolf Klein auf der Liste nicht abgesichert war - den scheinbar sicheren ”CDU-Wahlkreis” abzunehmen. Auch im Bezirk 31 (Roxel) war das Ergebnis erfreulich für die SPD und bitter für die CDU. Während die Sozialdemokraten ihr Ergebnis im Vergleich zur Landtagswahl 1980 um 3 % verbessern konnten, büßte die CDU 11 % ein. Noch am Wahlabend überklebten Mitglieder der Roxeler SPD die Wahlplakate mit ”Wir danken unseren Wählern”. Anne Garbe konnte 1990 ihren Wahlkreis erfolgreich verteidigen und gehörte dem Landtag von 1985 bis 1995 an. Im Jahre 1995 ging der Wahlkreis dann an Dr. Renate Düttmann-Braun (CDU) aus Roxel. Ein besonderer Tag in der Geschichte der SPD und auch des Roxeler Ortsvereins war der 13. Juni 1993: An diesem Sonntag, an dem Münsters Preußen gegen Rot-Weiß Essen zum vorerst letzten Mal den Aufstieg verspielten, entschied die Mitgliedschaft der SPD in einer Urwahl über die Person ihres neuen Parteivorsitzenden. Während Rudolf Scharping auf Bundesebene seine Mitbewerber Gerhard Schröder und Heidi Wieczorek-Zeul auf die Plätze verweisen konnte, hatte in Münster die ”rote Heidi” die Nase vorn. Sein mit Abstand bestes Ergebnis in Münster erzielte Rudolf Scharping freilich in Roxel: 42,4 % der Stimmen entfielen auf ihn; die Wahlbeteiligung lag hier bei knapp 50 %. Apropos Wahlen: Am Abend des 16. Oktober 1994 war es endlich soweit - zusammen mit den Stimmen für die Grünen schaffte die SPD in Münster endlich den Wechsel im Rat der Stadt! Die Grundlage für den Erfolg legten an diesem Tag die Sozialdemokraten (und deren Wählerinnen und Wähler) in den Außenstadtteilen: hier konnten - anders als in der Innenstadt - die Ergebnisse von 1989 gehalten oder verbessert werden, so daß schließlich mit Marion Tüns an der Spitze eine den gewandelten Zeiten entsprechende, moderne und zukunftsoffene Politik für Münster eingeläutet werden konnte. Auch Roxels SPD konnte mit 30,3 % das 89er Kommunalwahlergebnis (30,6 %) nahezu halten. Denoch ist auch im Roxeler Ortsverein die Frage zu diskutieren, wie in Zukunft neue Wählerschichten gewonnen und vormals sichere Stimmen wieder mobilisiert werden können. Ähnliches gilt für die Mitgliederzahl des Ortsvereins, die in den vergangenen 20 Jahren auf einem in etwa gleichbleibenden Niveau verharrt: 1971: 15 1976: 82 1986: 74 1996: 68 Der Zuwachs in der letzten Zeit an vor allem jüngeren Mitgliedern weckt freilich die Hoffnung auf eine positive Trendwende. Jedoch ähnlich wie auf Bundes- und Landesebene müssen auch im Ortsverein gezielte Maßnahmen in Angriff genommen werden, die das vorhandene Interesse an sozialdemokratischer Politik aufnehmen und Möglichkeiten einer befriedigenden Teilnahme an der politischen Arbeit aufzeigen. An einer mangelnden öffentlichen Präsenz kann es in der Vergangenheit eigentlich nicht gelegen haben. Die SPD Roxel hat es sich zur guten Gewohnheit gemacht, nicht nur in Wahlkampfzeiten in der Öffentlichkeit wahrnehmbar zu sein, sondern auch und gerade während der Legislaturperioden. Ein gutes Beispiel dafür sind die Info-Stände auf dem Roxeler Wochenmarkt. Nicht immer geht es dabei nur um handfeste Politik; auch mancher Leckerbissen wird geboten: Zu Ostern verteilt die SPD z.B. schmackhafte farbige Ostereier an die Marktkunden. Und für den, der es gern etwas süßer mag, hielten die Jusos auch schon einmal ”Rote Grütze” bereit. Zum Muttertag läßt die SPD dann Blumen sprechen: Jede Frau bekommt eine rote Rose überreicht. Daneben nutzt der Ortsverein zur Information der Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich auch die lokalen Pressemedien. 10. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) 1973 durch 13 Roxelerinnen gegründet, entwickelte die AsF in Roxel bald vielfältige Aktivitäten, die ganz im Zeichen der Familienfreundlichkeit standen und stehen. Nicht mehr wegzudenken ist der Kinderkleiderbasar, der zweimal im Jahr stattfindet und den Roxeler Familien Gelegenheit bietet, kostengünstig gut erhaltene Kinderkleidung zu erwerben. Darüber hinaus werden 20 % des Basar-Erlöses für verschiedene Zweige der Jugendarbeit in Roxel (z.B. JuWoRo, BSV Roxel-Jugendabteilung) und für soziale Einrichtungen (Babykorb) gestiftet; die ersten Spenden waren nach Biafra gegangen. Ebenfalls auf das Engagement der AsF geht die Versorgung Roxels mit einem Kinderarzt bzw. einer Kinderärztin zurück. Schon 1979 startete die AsF Unterschriftenaktionen, eine davon auf dem Roxeler Wochenmarkt bei eisiger Januarkälte. Viele Roxeler Mütter und Väter unterstützten die Aktion der SPD mit ihren Unterschriften. Es sollte zwar noch bis zum Januar 1985 dauern, ehe eine Kinderarztpraxis in Roxel eröffnet wurde, aber ohne das frühe Engagement der AsF wäre sicher noch mehr Zeit ins Land gegangen. Natürlich setzt sich die AsF seit Beginn ihres Bestehens besonders für die Belange der Roxeler Frauen ein. Nach einem anfänglichen Stammtisch für Frauen organisiert die AsF seit 1990 ein Frauen-Frühstück, das einmal im Monat stattfindet und alle Roxeler Frauen zu einem lockeren Zusammensein einlädt. Zu diesen Frühstücksrunden wurden auch schon niederländische - und in früheren Jahren: britische - Soldatenfrauen eingeladen. Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die in der Vergangenheit von der AsF organisierten Auto-Pannenhilfekurse für Frauen, die nicht nur den teilnehmenden Frauen zugute kamen, sondern auch der Jugendarbeit in Roxel (BSV), die den Erlös der Aktion erhielt. Welches Maß an Wertschätzung diesen Aktivitäten nicht nur vor Ort entgegengebracht wird, bestätigt die aktive Teilnahme so namhafter Sozialdemokratinnen wie Ilse Ridder-Melchers und Renate Schmidt an den Feierlichkeiten zum 15jährigen Bestehen der AsF Roxel im Jahre 1988. Neben qualifizierten Vorträgen wurden etliche Unterhaltungsmöglichkeiten geboten, so zum Beispiel ein Frauensommerfest im Juli desselben Jahres. Für die Roxeler AsF sowie für alle SPD-Frauen gab es im Jahre 1988 weiteren Grund zur Freude: Auf dem SPD-Bundesparteitag in Münster erreichten die SPD-Frauen den sogenannten Quotenbeschluß. Dieser fordert, daß mindestens 40 % aller Ämter und Mandate innerhalb der SPD von Frauen besetzt werden müssen. Kämpferin an ”vorderster Front” für die Quote war übrigens die heutige Oberbürgermeisterin Marion Tüns, die als SPD-Spitzenkandidatin bei den Kommunalwahlen im Oktober 1994 für Münster den Wechsel zu einer Mehrheit aus SPD und Grünen schaffte. Heute wird die erste Oberbürgermeisterin in der Geschichte der Stadt von großen Sympathien in der Bevölkerung getragen und genießt Anerkennung auch über Parteigrenzen hinweg. Als Vorsitzende der AsF fungierte bis Mitte der 80er Jahre Anne Garbe, seither hat Renate Bratz diese Aufgabe übernommen. 11. Juso-AG Im März des Jahres 1972 war es soweit: Zum ersten Mal in der Geschichte des Roxeler Ortsvereins konnte eine Juso-AG als Jugendorganisation der SPD gegründet werden: Dieter Pferdekamp wurde zum Vorsitzenden gewählt und Peter Päßler zu seinem Stellvertreter. Das Ziel der Arbeitsgruppe war die Intensivierung der Arbeit im bildungs- und kommunalpolitischen Bereich in enger Zusammenarbeit mit dem Ortsverein. Leider führte in den Folgejahren die starke Fluktuation junger Parteimitglieder dazu, daß die Arbeit der Juso-AG immer wieder zum Erliegen kam. Nachdem zuletzt lange Zeit in Roxel keine aktive Gruppe jüngerer Sozialdemokraten mehr existierte, gründete sich im Februar 1994 die Juso-AG neu. Initiator der AG war Jan Kröger, der auch zum Vorsitzenden und Sprecher gewählt wurde. Seitdem haben die Jungsozialisten eine Reihe von Aktionen durchgeführt, mit denen sie zum einen die Arbeit des Ortsvereins unterstützen und zum anderen eigene Akzente setzen. Neben der Teilnahme und Mithilfe bei Wahlkämpfen (Bundestags- und Kommunalwahl 1994, Landtagswahl 1995) und der Durchführung von Informationsständen auf dem Roxeler Wochenmarkt setzten sich die Jusos bisher u.a. für die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs in den Abend- und Nachtstunden (Nachtbus) ein. Auf der Juso-AG-Sitzung im Oktober 1995 waren zu diesem Thema Vertreter der Westfalen Bus GmbH und der Stadtwerke anwesend, die erklärten, daß ab Ende 1995 ein Nachtbus vorgesehen sei. Dieses Ziel ist inzwischen umgesetzt. Groß geschrieben wird bei den Roxeler Jusos die Bürgermeinung: bei mehrfachen Befragungen auf dem Wochenmarkt konnten interessierte Passanten zu den verschiedensten politischen Themen ihre Ansichten äußern. Seit August 1995 ist Udo Ehrich Vorsitzender der Juso-AG, seine Stellvertreter sind Philipp Hagemann und Lars Menzel. Die aktive Gruppe stellt für die SPD Roxel eine große Bereicherung dar. Lob erntet sie nicht nur aus den Reihen des Ortsvereins, auch übergeordnete Parteiinstanzen registrieren aufmerksam die engagierte Arbeit der jungen Sozialdemokraten unseres Stadtteiles. 12. Sozialdemokratische Perspektiven in und für Roxel Roxel hat von Mitte der 60er Jahre bis etwa Ende der 80er Jahre eine rasante Entwicklung erlebt, die ihren Niederschlag nicht zuletzt in einem sprunghaften Anstieg der Einwohnerzahlen gefunden hat: Entwicklung der Einwohnerzahl Roxels: 1939: 2.093 1951: 2.934 1961: 3.281 1971: 5.264 1981: 6.770 1996: 8.118 Trotz einer leicht rückläufigen Entwicklung in den letzten Jahren, gehen Prognosen und beschlossene Einwohnerobergrenzen heute davon aus, daß Roxel im Jahre 2004 etwa 11.500 bis 12.000 Einwohner haben wird. Um der unvermindert hohen Nachfrage nach Bauland gerecht zu werden, muß die Stadt dafür sorgen, daß weitere Flächen zur Verfügung gestellt werden. Fest vorgesehen für Wohnbebauung sind derzeit die Ländereien des ehemaligen Hofes Hufelschulte im Nordosten des Ortskerns, wo für ca. 500 Familien einer neuer Lebensraum geschaffen werden soll. Im Zuge der Aufstellung des neuen Gebietsentwicklungsplanes sowie der Bauleitplanung der Stadt Münster sind im Westen Roxels (im Bereich von Bahnlinie, Meckelbach, Bösenseller Straße und Rüschenfeld) erhebliche Reserveflächen vorhanden, die in die Kategorie ”Flächensicherung” eingestuft worden sind. Sollte in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren die Nachfrage nach Baugrundstücken weiterhin überaus groß sein, dann stünden hier erhebliche Reserven bereit. Dabei muß beachtet werden, daß eine unbegrenzte Ausdehnung unseres Stadtteiles nicht in Kauf genommen werden darf. Gleichwohl ist auf der anderen Seite daran zu erinnern, daß heute viele junge Roxeler Familien gezwungen sind, ihren Heimatort zu verlassen, um anderenorts bezahlbare Wohnungen oder Häuser zu finden. Die SPD wird hier als Volkspartei auf die Interessen möglichst vieler und das Gesamtwohl Roxels als funktionsfähigem Stadtteil zu achten haben. Eine maß- und sinnvolle Weiterentwicklung Roxels sollte dabei immer im offenen Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern unseres Stadtteiles vollzogen werden. Zu den noch offenen Wünschen für Roxel zählt weiterhin die Einrichtung eines ”Bürgerhauses”. Der zu erwartende Anstieg der Einwohnerzahl muß einhergehen mit einer angepaßten Infrastruktur - auch im kulturellen und Veranstaltungsbereich. Die Roxeler SPD tritt für die Errichtung einer entsprechenden Begegnungsstätte an der - zentral gelegenen - Stelle der 1996 abgerissenen Gebäude des ehemaligen Hofes Hufelschulte an der Roxeler Straße ein. Da mit diesem Projekt selbstverständlich keine unkalkulierbaren finanziellen Risiken für die Stadt Münster eingegangen werden dürfen, ist die Frage der Trägerschaft nach allen sich bietenden Möglichkeiten abzuklopfen. Zunächst freilich sollte an der genannten Stelle eine Gemeinbedarfsfläche reserviert werden, die nicht mit Wohnbebauung überplant werden darf. Mit großer Aufmerksamkeit ist die geplante Wiederöffnung des Bahnhaltepunktes Roxel zu begleiten. Wegen der derzeitigen Randlage der Haltestelle sind verschiedene Maßnahmen zu prüfen, die die Attraktivität der Bahn steigern könnten. Hierzu zählt neben der Anbindung an das Radwegenetz und die Schaffung von Parkplätzen vor allem die Positionierung zukünftiger Baugebiete im Umfeld der Bahnlinie. Die Verkehrspolitik wird politischer Dauerbrenner auch der kommenden Jahre sein. Zentral aus Sicht der Roxeler SPD ist dabei der Bau der Umgehungsstraße im Norden des Ortes. Ohne diese Maßnahme wird eine durchgreifende Verbesserung der belastenden Situation im Ort nicht erreichbar sein. Sozialdemokratische Politik für Roxel setzt vor allem auf die Pflege und Fortentwicklung der positiven und schönen Seiten unseres Stadtteiles. Und es entspricht heute dem Selbstbewußtsein der Bürgerinnen und Bürger Roxels, sich mit diesen Vorzügen den Gästen und Zugezogenen zu öffnen. Dank gilt hier nicht zuletzt den zahlreichen örtlichen Vereinen sowie den beiden Kirchengemeinden, die mit ihrem Angebot für ein lebendiges Miteinander der Generationen und Nationalitäten sorgen. Die Politik der Roxeler SPD ist darauf ausgerichtet, dieses Engagement zu unterstützen und mit dafür Sorge zu tragen, daß in Roxel auch in Zukunft Offenheit, Toleranz und solidarisches Miteinander den öffentlichen Raum bestimmen. 13. Der Vorstand des SPD-Ortsvereins Roxel im Jubiläumsjahr 1996 Anne Garbe, Vorsitzende Renate Bratz, Stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Heuer, Stellvertretender Vorsitzender Udo Ehrich, Schriftführer Ursula König-Heuer, Frauenbeauftragte Dr. Karl-Heinz Deicke, Kassierer Ingeborg Nawrazell †, Seniorenbeauftragte Jan Kröger, Bildungsobmann Hermann Müller, Beisitzer Philipp Hagemann, Beisitzer Barbara Zywitz, Beisitzerin Für die Roxeler SPD in der Bezirksvertretung Münster West: Renate Bratz (1989-1998) Elke Kraut-Kleinschmidt (seit 1996)

 

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